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Art des Spiels: Kartenspiel
Spieleautoren: Wolfgang Kramer &
Michael Kiesling
Verlag: Amigo Spiele
Jahrgang: 2025
Spielerzahl: 2 bis 10 Spieler
Alter: ab 8 Jahren
Dauer: ca. 30 Minuten
Preis: € 8,90
Zielgruppen: Gelegenheitsspieler ++
Partyspieler (+)
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Es ist nun schon über 30 Jahre her, dass das Kartenspiel "6 nimmt!" beim deutschen Spieleverlag "Amigo" erschienen ist. Es kam auf Anhieb bei den Spielern gut an, und wurde zurecht 1994 mit dem Deutschen Spielepreis ausgezeichnet. Zudem erhielt es im selben Jahr den "À la carte"-Kartenspielpreis. Das Spielprinzip wurde von späteren Ablegern, wie "Hornochsen!", "11 nimmt!", "X nimmt!" und einer Brettspiel-Umsetzung teilweise übernommen.
Nun hat Kultautor Wolfgang Kramer, der mittlerweile bereits 83-jährige Schwabe, zusammen mit Michael Kiesling für den Kartenspiel-Klassiker eine neue Variante herausgebracht. Auch in "Baron Oxx" wählen wir verdeckt Karten aus, die wir nach gewissen Regeln in einer Auslage unterzubringen trachten, ohne dafür Minuspunkte zu kassieren.
In der Schachtel in gewohnter Kartenspielgröße finden wir ebenfalls ein Kartendeck in normaler Standardgröße, also 110 Karten. Neben ihrem Wert (von 1 bis 110) weisen die Karten auch noch Hornochsen in den Farben Blau, Gelb, Grün, Rot, Schwarz und Weiß in unterschiedlicher Verteilung auf. Meistens sind dies 1 bis 3 Stück, nur auf wenigen Karten (beispielsweise die beiden "Baron Oxx"-Karten) sind sechs, einmal sogar sieben Hornochsen abgebildet.
Als Spielvorbereitung mischen wir alle Karten gemischt und teilen jedem Spieler je nach Spielerzahl eine bestimmte Anzahl an Karten aus, die er als verdeckten Stapel vor sich auslegt. Anschließend nehmen wir von unserem persönlichen Deck vier Karten auf die Hand. Von den nicht verteilten Karten werden schließlich noch fünf Karten untereinander in der Tischmitte offen ausgelegt, dann kann's schon losgehen.
Wie bei "6 nimmt!" wählen wir simultan eine unserer Handkarten aus, die wir verdeckt vor uns auslegen. Nach dem Aufdecken aller Karten bestimmen die Werte der Karten, in welcher Reihenfolge wir unsere gewählte Karte in die offene Auslage legen dürfen.
Für das Legen der Karte gilt "Farbe an Farbe", das heißt, dass wir die Karte nur an eine Reihe anlegen dürfen, deren letzte Karte (mindestens) einen Hornochsen in einer Farbe zeigt, die auch auf unserer ausgespielten Karte zu sehen ist.
Wenn wir Glück haben oder unsere Planung aufgegangen ist, passiert nichts weiter. In einigen Fällen hingegen sind wir daraufhin gezwungen, eine Reihe zu kassieren. Dabei gelten die folgenden Regeln:
Erst wenn wir alle vier Handkarten ausgespielt haben, dürfen wir vier neue Karten von unserem persönlichen Nachziehstapel aufnehmen. Ist auch die allerletzte Karte gespielt, endet die Partie. Wir zählen die in Rot abgebildeten Minuspunkte auf unseren gesammelten Karten zusammen. Wer die wenigsten Minuspunkte aufweist, gewinnt. Alternativ können wir zu Beginn der Partie eine Anzahl an Durchgängen festlegen und die Minuspunkte notieren.
Bei "6 nimmt!" handelt es sich ja um einen richtigen Klassiker, der jedoch mit der Zeit etwas Staub angelegt hat. Den beiden alten Haudegen Wolfgang Kramer & Michael Kiesling ist es mit "Baron Oxx" aber gelungen, dem nach wie vor attraktiven Spielprinzip durch geschickte Änderungen neues Leben einzuhauchen, bzw. mit einem frischen Anstrich zu versehen.
Beim "Oldie" hielten wir gleich zu Beginn alle Karten auf der Hand und konnten uns aufgrunddessen bereits Gedanken über die richtige Vorgehensweise machen. Je nach Spieleranzahl blieben ein paar Unabwägbarkeiten, welche Karten wohl nicht im Spiel sind, sodass man auch etwas spekulieren musste. Bei "Baron Oxx" halten wir maximal 4 Karten auf der Hand, der Rest wartet in einem persönlichen Nachziehstapel auf seinen Einsatz. Dies macht es einerseits eine Spur weniger taktisch, gleichzeitig stehen wir durch die kleinere Auswahl schneller vor kniffligen Entscheidungen.
Bei "6 nimmt!" geschah nach dem gemeinsamen Aufdecken aller Karten alles weitere fast automatisch. Die strengen Legeregeln gaben schließlich genau vor, welche Karte in welche Reihe platziert werden musste. Bei "Baron Oxx" bestimmt der Wert zwischen 1 und 110 hingegen lediglich die Reihenfolge, in der die Karten angelegt werden müssen, nicht jedoch wohin.
Vielmehr gibt es nun durch die Farbe der Hornochsen nicht nur eine weitere Möglichkeit, Karten kassieren zu müssen (siehe Regel 2), sondern auch meistens mehr Entscheidungsmöglichkeiten. Damit steigt gleichzeitig auch die Interaktion um eine Spur, schließlich können sich unsere Entscheidungen auf die folgenden Spieler auswirken, sowohl positiv als auch negativ. Insgesamt haben wir nun verstärkt das Gefühl, selbst zu agieren und etwas Einfluss zu nehmen, statt nach der Wahl der Karte nur mehr "gespielt zu werden".
Kein Wunder also, dass "Baron Oxx" bei uns - egal ob Gelegenheitsspieler oder Spielekenner - auf Anhieb eingeschlagen hat. Was den Klassiker anbelangt, fürchte ich allerdings, dass "Baron Oxx" als das modernere, und auch bessere Spiel nun dazu beitragen wird, dass das Original fortan nur mehr in Ausnahmefällen wieder auf den Tisch kommen wird.
Franky Bayer
Wertung: 4½ Schilde



