| Juni | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
| 1 | 2 | K3 | 4 | 5 | R6 | 7 |
| 8 | M9 | K10 | 11 | S12 | S13 | 14 |
| 15 | 16 | K17 | R18 | 19 | 20 | 21 |
| 22 | 23 | K24 | 25 | S26 | SV27 | 28 |
| 29 | 30 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
| Legende: | |
| Knn | Ritter der Knobelrunde |
| Snn | Spieletreff - Auwiesen |
| Snn | Spieletreff - Keferfeld-Oed |
| Snn | Spieletreff - Franckviertel |
| Snn | Spieletreff - Pichling |
| Mnn | Spieleabend Marchtrenk |
| Rnn | Würfelschänke Ried |
| Vnn | SpieleNode otelo Vöcklabruck |
| <- Bluff | ^ | Bohn Hansa -> |
Art des Spiels: Kartenspiel Spieleautor: Michael Løhde Andersen Verlag: Kosmos Spiele Jahrgang: 2025 Spielerzahl: 2 bis 5 Spieler Alter: ab 10 Jahren Dauer: ca. 20 Minuten Preis: € 14,90 Zielgruppe: Gelegenheitsspieler ++ |
![]() |
Schmetterlinge - ein überaus positiv behafteter Begriff, wenn man von den lästigen Buchsbaumzünslern, den Lebensmittel- und Kleidermotten absieht. Schmetterlinge stehen für blühende Blumenwiesen, Sonnenschein und Leichtigkeit. Für Liebesgefühle ("Schmetterlinge im Bauch") und die farbige Vielfalt des Lebens.
In Spielen führten Schmetterlinge bis jetzt aber ein eher bescheidenes Dasein. So ist es zu begrüßen, dass uns das neueste Spiel aus dem Hause "Kosmos" diese wunderschönen, hochinteressanten Insekten etwas näherbringt. Im Spiel "Blütenreich" versuchen wir, durch das Ausspielen von Karten einen möglichst punkteträchtigen Garten voller Schmetterlinge zu erhalten.
Das einzige Spielmaterial, das wir in der kompakten Schachtel finden, sind Spielkarten. Neben 9 Aufgaben-Karten, welche separat gemischt werden, sind es vor allem 120 Natur-Karten, deren Rückseite ein Blumen-Symbol ziert. Auf der Vorderseite sind hauptsächlich Schmetterlinge abgebildet.
Zu Spielbeginn erhalten wir vier Karten vom gut gemischten Stapel der Natur-Karten. Drei Karten werden aufgedeckt, sie bilden eine offene Auslage ("Himmel"). Drei weitere werden auf einen offenen Ablagestapel ("Kompost") gelegt. Von den Aufgaben-Karten werden zufällig 5 Karten gezogen und offen ausgelegt. Bevor es losgeht, müssen wir noch eine unserer Handkarten wählen und sie mit der Blumenseite nach oben vor uns auslegen.
Der Spielablauf ist einfach und schnell verinnerlicht. Sind wir an der Reihe, führen wir eine der folgenden Aktionen durch:
Wählen wir diese Option, spielen wir eine unserer Handkarten offen oder verdeckt aus. Eine verdeckte Karte kommt mit der Blumenkarte nach oben in unsere Blumen-Reihe. Die in der Blumen-Reihe befindlichen Blumensymbole sind notwendig, um überhaupt Karten ausspielen zu dürfen.
Wollen wir hingegen eine Karte offen ausspielen, müssen in unserer Blumen-Reihe so viele Blumen-Symbole sichtbar sein, wie auf der Karte links oben angegeben. Einen Schmetterling (blau gekennzeichnet) legen wir in unsere Schmetterlings-Reihe oberhalb der Blumen-Reihe. Eine Doppel-Blume (gelb) kommt natürlich in die Blumen-Reihe. Alle anderen Karten (Puppe, Sonnenschein) legen wir auf den Kompost, nachdem wir ihre Aktion ausgeführt haben.
Viele Karten haben eine Besonderheit, etwa einen Soforteffekt, den wir zum Zeitpunkt des Ausspielens der Karte (und niemals später) nutzen können. Einige wenige Karten haben eine dauerhafte Fähigkeit.
Alternativ können wir eine Karte auf die Hand nehmen. Dabei haben wir die Wahl zwischen einer offenen Karte des "Himmels", der obersten Karte des Nachziehstapels oder einer der ausliegenden Aufgaben-Karten, sofern wir deren Bedingung erfüllen. Haben wir am Ende unseres Zuges mehr als sechs Karten auf der Hand, müssen wir überzählige auf den "Kompost" abwerfen.
All unsere ausgespielten Schmetterlinge, sowie erfüllte Aufgaben-Karten bringen uns Siegpunkte. Sobald eine Person Karten im Wert von mindestens 15 Punkten ausliegen hat, wird das Spielende eingeläutet. Die laufende Runde wird zu Ende gespielt, danach gewinnen wir, wenn wir die meisten Siegpunkte vorweisen können.
Großes Ochsenauge, Schwarzkolbiger Braun-Dickkopffalter, Hauhechel-Bläuling, Kleiner Fuchs, Skabiosen-Scheckenfalter, Quendel-Ameisenbläuling, Schwarzfleckiger Golddickkopffalter. Mal ehrlich, wer von euch kann mit diesen Begriffen was anfangen? Es sind dies lauter Namen von Schmetterlingen, die wir im Spiel "Blütenreich" antreffen.
Es scheint ein aktueller Trend bei Brettspielen zu sein, Naturthemen mit äußerst detaillierten Informationen herauszubringen. So wurden wir in letzter Zeit spielerisch schon zu Zoologen ("Arche Nova"), Mykologen ("Mycelia"), Ornithologen ("Flügelschlag"), Botanikern ("Sattgrün", "Botanicus"), usw. ausgebildet. Nun also auch in einem Teilgebiet der Entomologie als Lepidopterologen oder Schmetterlingsforscher. Ich glaube, ich bin mit all dem angesammelten Wissen jetzt gut gerüstet als Kandidat für die nächste Ausgabe von "Wer wird Millionär?".
Hauptzweck eines Spiels ist aber - nicht nur für mich - das Vergnügen, weshalb es mehr auf den spielerischen Wert ankommt. Mit "Blütenreich" haben wir es diesbezüglich mit einem reinen Kartenspiel zu tun, denn das gesamte Spielmaterial besteht aus 129 Karten. Neben den 9 Aufgabenkarten, von denen in jeder Partie fünf zum Einsatz kommen, sind es vor allem 120 Naturkarten.
Der Spielaufbau stellt sich als extrem kurz heraus. Alle Naturkarten werden bloß gemischt, ein paar davon an uns Spieler ausgeteilt, ein paar offen ausgelegt, der Rest einfach als Nachziehstapel bereitgelegt. Es kann also wirklich rasch und ohne Verzögerung losgelegt werden.
Auch der Spielablauf erweist sich als sehr unkompliziert, fast schon banal. Lediglich zwei Aktionsmöglichkeiten bieten sich uns, jede einzelne eigentlich in kürzester Zeit ausgeführt, die Downtime dementsprechend minimalst. Und so hatte ich anfangs auch meine Zweifel, ob das auf den ersten Blick so simple Spielprinzip auch wirklich gut sein könne
Um es gleich vorwegzunehmen: Die Skepsis war völlig unberechtigt. Schon allein die alternative Verwendung der Rückseite als Blumen ist ein kleiner Geniestreich. Da gilt es sorgfältig abzuwägen, welche Karten wir als Schmetterlinge ausspielen wollen, und welche bloß als Grundlage dienen sollen, um solche ausspielen zu dürfen.
Die Schmetterlinge unterscheiden sich nicht nur durch ihren Namen. Die Voraussetzungen zum Ausspielen einer Schmetterlingskarte reichen von 1 Blume bis zu 8 Blumen. Die unterschiedlichen "Kosten" ergeben sich einerseits aus ihren Siegpunkten (der Großteil bringt nur 1 Siegpunkt, einige wenige 2, das "Tagpfauenauge" sogar 3 Siegpunkte), andererseits durch ihre Besonderheiten.
Je mehr Blumen-Symbole benötigt werden, umso stärker ist im Regelfall der Effekt einer Karte. So dürfen wir bei einem "Distelfalter" (1 Blume) bloß eine Karte aus unserer Hand mit 1 Karte vom Himmel, vom Kompost oder unserer Blumen-Reihe tauschen. Währenddessen erlaubt uns der "Skabiosen-Scheckenfalter" (6 Blumen) gleich zwei beliebige Karten vom Kompost aufzunehmen. Insgesamt eröffnet uns das Spiel viele Möglichkeiten durch viele unterschiedliche, aber trotzdem fein austarierte Fähigkeiten der Karten.
Drei Sonderkarten habe ich noch nicht erwähnt. Eine "Doppelblume" liefert - wie der Name schon verrät - gleich 2 Blumen-Symbole. Der "Sonnenschein" lässt uns gleich 3 Karten vom Nachziehstapel auf die Hand nehmen. Und mit der "Puppe" können wir einen verdeckten Schmetterling in unserer Blumen-Reihe - thematisch perfekt zu ihrem Namen passend - als Schmetterling aufdecken, unabhängig von ihren eigentlichen Kosten.
Die Aufgaben-Karten bringen weitere Ziele mit zusätzlichen Siegpunkten ins Spiel. Gleichzeitig erhöhen sie die Interaktion, denn nur der jeweils erste Spieler, der ihre Bedingung erfüllt (z.B. 8 verschiedene Schmetterlinge, 3 seltene Schmetterlinge, 7 Blumen-Symbole oder vier ganz bestimmte Schmetterlinge) kann die Karte an sich nehmen, was mit 2 oder 3 Punkten belohnt wird. Eine Ausnahme bildet die Karte "Die meisten Großen Kohlweißlinge", denn diese wandert automatisch zum Spieler mit den meisten entsprechenden Schmetterlingen.
Es steckt viel mehr drin im unscheinbaren "Blütenreich" als anfangs vermutet. Es erlaubt unterschiedliche Vorgehensweisen, und wir müssen schon taktisch geschickt agieren, um uns gegen unsere Mitspieler durchzusetzen. Bereits zu Beginn gilt es, die ausliegenden Aufgaben und die eigenen Handkarten gut zu "lesen", um möglichst effektiv vorgehen zu können.
Der Autor Michael Løhde Andersen hat das Spiel vor 4 Jahren in Dänemark unter dem Titel "Biotopia" veröffentlicht. Kosmos Spiele hat gut daran getan, sich die Rechte dafür zu sichern und im deutschsprachigen Raum herauszubringen. Es ist ein richtiges Kleinod mit tollem Preis-Leistungsverhältnis und einer ausgewogenen Balance aus Glück und Taktik. Es spielt sich in jeder Besetzung gleich gut, ist schnell erlernt und flott gespielt. Ich komme daher nicht umhin, dem Spiel meine uneingeschränkte Empfehlung auszusprechen.
Franky Bayer
Bewertung: 4 Schilde



