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Knobelritters Spielearchiv - Castle Combo

Art des Spiels: Kartenlegespiel
Spieleautoren:  Grégory Grard &
                Mathieu Roussel
Verlag:         Kosmos Spiele
Jahrgang:       2024
Spielerzahl:    2 bis 5 Spieler
Alter:          ab 10 Jahren
Dauer:          10 bis 25 Minuten
Preis:          € 18,90

Zielgruppe:     Gelegenheitsspieler ++

Einleitung

Fülle dein Tableau mit 3 mal 3 Karten und nutze deren Wechselwirkungen, die sich teilweise erst zum Spielende voll entfalten.

Spielbeschreibung

Vorbereitungen: Es gibt einen Stapel mit Schloss-Karten und einen mit Dorf-Karten. Von jedem Stapel deckt man 3 Karten in Reihe ausliegend auf. Neben den 3 offenen Dorf-Karten steht anfangs der Bote (Herold des Königs). Jeder Spieler bekommt 15 Gold und 2 Schlüssel. Ein Spieler wird zum Startspieler erklärt.

Die Partie dauert 9 Runden, in denen jeweils jeder Spieler genau 1 Zug reihum hat, bevor der nächste Spieler im Uhrzeigersinn dran ist. Ablauf eines Spielzuges in 4 Schritten:

  1. (optional) Gib 1 Schlüssel ab, um den Boten in die andere Reihe zu bewegen oder wirf alle 3 Karten in der Boten-Reihe ab und decke 3 neue auf. Jederzeit darf man sich die Karten in den Ablagestapeln ansehen.
  2. Nimm 1 Karte aus der Boten-Reihe und zahle ihren Goldwert. Hast du schon Kaufrabatte als Dauerfähigkeit auf bereits in deinem Raster liegenden Karten, so nutze diese. Lege sie dann in dein Raster. Alternativ kannst du sie verdeckt in dein Raster legen, wofür du dann die Karte aber nicht bezahlen musst. Du bekommst sogar einen Bonus, nämlich 6 Gold und 2 Schlüssel.

  3. Der Unterschied zwischen Schloss- und Dorfkarten besteht darin, dass es Schilde in 6 Farben gibt, die oft Inhalt der Wertungsbedingungen sind. Es ist dabei zu beachten, dass die Schilde je nach Farbe überhaupt und in unterschiedlicher Anzahl auf Schloss- bzw. Dorfkarten auftauchen. Gelb kommt z.B. bei den Schlosskarten überhaupt nicht vor, dafür Blau bis auf 1 Karte nur dort.

    Regeln zur Platzierung im Kartenraster: Jede Karte nach der ersten in deinem Raster von 3 mal 3 Feldern muss waagerecht oder senkrecht an mind. 1 Karte angrenzen. Zum Spielende muss das Raster 9 Karten in genau 3 Reihen und 3 Spalten enthalten. Manche der Karten haben einen bedingten Bezug zu ihrer Position im Raster. So bringt z.B. eine bestimmte Karte nur Punkte, wenn sie in der linken Spalte im finalen Raster liegt. Erst im Verlauf der Partie festigen sich dann alle Positionen, wenn klar ist, wie sich die Karten in Reihen und Spalten gliedern.

  4. Nutze die Fähigkeit der soeben neu platzierten Karte, außer es wäre ein Rabatt, der erst ab deinem nächsten Zug gilt. Wenn nichts anderes angegeben ist, wirkt die Fähigkeit nur für dich und bezieht sich auf alle Karten deines Rasters.
  5. Bewege den Boten - wenn möglich - in die angezeigte Richtung, wenn die neu platzierte Karte ein entsprechendes Icon zeigt. Fülle die Karten-Auslagen auf, wenn erforderlich.

Spielende: Nach 9 Runden haben alle Spieler ihr Raster komplett belegt. Nun kann noch übriges Gold auf einigen Karten im eigenen Raster gelagert werden. Eine solche Karte zeigt immer einen Geldbeutel und die Menge an Gold, die dieser aufnimmt. Jedes so gelagerte Gold ist 2 Punkte wert. Überschüssiges Gold ist fast wertlos. Gewinner ist, wer nach der Auswertung aller Karten und Gutschrift für ungenutzte Schlüssel (je 1 Punkt) die meisten Punkte hat. Im Pattfall würde das übrige Restgold entscheiden.

Erläuterungen zur Wertung: Jede Position im Raster wird auf ihre Wertungs-bedingung geprüft. Diese kann z.B. wie folgt sein: Hat die Karte eine Bedingung, wo genau sie im Raster liegen muss, um ihre Punkte zu bringen? Liegen Schilde bestimmter Farbe(n) in verlangter Reihe/Spalte/generell im Raster? Fehlt eine bestimmte Schildfarbe komplett auf allen Karten? usw.

Fazit

Ausstattung: 78 bunte Spielkarten in 2 Stapeln, nämlich Schloss- und Dorfkarten mit sehr gut (!) erkennbaren Symbolen und humorvollen, oft skurilen Grafiken von Personen des mittelalterlichen Volkes machen direkt Lust auf das Spiel. Eine große, hübsche Holzfigur stellt den Boten dar, der oft in der Partie bewegt wird und daher standfest sein muß und ist. Dann sind noch richtig dicke Pappmünzen dabei und viele niedliche Pappschlüssel. Für die vielen - leicht erlernbaren - Symbole liegt eine doppelseitige Erklärhilfe bei.

BITTE BEACHTEN: Das zur Rezension vorliegende Exemplar stammt aus der französischen Original-Ausgabe. Die Karten enthalten entsprechend in geringem Umfang französischen Text. Mein Eindruck von der Ausstattung: sehr gut.

Spielregel: Mittlerweile ist ja bei Kosmos schon die deutsche Ausgabe erschienen. Das umfangreiche und gut illustrierte Regelheft lässt auf jeden Fall keine Frage aufkommen. Auch zeigt die letzte Seite noch die unsymmetrische Farbverteilung der Schilde in den Schloss- und Dorfkarten. Diese Tabelle sollte man unbedingt kopieren und jedem Spieler geben, da sie sehr hilfreich ist bei der Entscheidung des Kartenkaufs und auch beim vom Spieler gegebenenfalls gewollten Austausch einer Auslage. Alles in allem überzeugt die Spielregel voll und ganz.

Spielablauf und Spaß: In diesem eigentlich flotten Spiel ist man stets im Abwägungsfieber und in Sorge, dass lukrative Karten vor dem eigenen Zug verschwunden sind. Endlich am Zug stellen sich dann viele Fragen, wie z. B. diese: Welche Karte aus welcher Auslage nützt mir am meisten? Soll ich 1 Schlüssel ausgeben für den Austausch der Botenreihe oder soll der Bote die andere Reihe ansteuern? Vergurke ich unter Umständen durch den Kauf einer bestimmten Karte Effekte bereits platzierter Karten? Muss ich mit meinem Gold sparsam umgehen? Kann die neue Karte bereits bestehende Wertungseffekte zum Spielende verstärken? Sollte ich einem Mitspieler eine bestimmte für ihn wertvolle Karte wegschnappen?

Hohe Flexibilität ist gefragt und oft auch Taktikwechsel. Wenig von mir genutzt, aber sehr nützlich ist sicher die Möglichkeit, in den Ablagestapeln nachzuschauen. Das ist dann bedeutsam, wenn man wissen will, ob bestimmte Effekte noch kommen können oder erst einmal durch sind. Das permanente Planen und Umplanen macht ungemein Spaß und liefert schöne Erfolgserlebnisse bei gelungenen Konstellationen. Gerade das Ausreizen der SP-generierenden Möglichkeiten mancher Karte ist sehr motivierend, wenn man mitunter 24 SP mit einer einzigen Karte erzielen kann. Während der letzten Züge einer Partie ist man häufig am Kalkulieren, wieviel Geld man übrig haben muss für die optimale Ausschöpfung von Geldbeutel-Karten auf seinem Tableau zum Spielende.

Und wichtig ist es, nicht im Kaufeifer Effekte zu vergessen, die durch einen Neuerwerb verloren gehen könnten (z.B. gibt es bei einigen Karten nur Punkte, wenn bestimmte Schildfarben nicht auf dem eigenen Tableau erscheinen). Es gibt tatsächlich immer reichlich zu tun für die grauen Zellen.

"Castle Combo" bzw. "Château Combo" (im französischen Original) ist trotz seiner Varianz leicht zu erlernen und bietet erstaunlich viel Spielvergnügen über 10 bis 25 Minuten, besonders aber zu zweit dank besserer Chancen, anvisierte Karten auch zu ergattern. Abraten möchte ich von der Möglichkeit, jederzeit die Ablagestapel sichten zu dürfen, da das doch den Spielfluss stört. Aber das kann man ja vorab besprechen und individuell regeln.

Roland Winner

Bewertung: 4 Schilde