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Knobelritters Spielearchiv - Moorland

Art des Spiels: Lege- und Sammelspiel
Spieleautor:    Steffen Bogen
Verlag:         Pegasus Spiele
Jahrgang:       2023
Spielerzahl:    2 bis 4 Spieler
Alter:          ab 10 Jahren
Dauer:          45 bis 60 Minuten
Preis:          € 27,90

Zielgruppen:    Gelegenheitsspieler ++

Einleitung

„Panta rhei" - alles fließt. Der Satz des griechischen Philosophen Heraklit kam mir in den Sinn, als ich das erste Mal "Moorland" gespielt habe. So wie der alte Grieche den beständigen Wandel des Lebens beschreibt, so verändert sich auch unser Moor, das wir in diesem Legespiel zusammenpuzzeln. Gelingt es dir zahlreiche Pflanzen wurzeln zu lassen, eine ausgewogene Artenvielfalt anzusiedeln und einen langen zusammenhängenden Wasserweg entstehen zu lassen, dann gewinnst du das Spiel.

Spielbeschreibung

Deine Aufgabe ist es, dein Moor durch sinnvolle Verknüpfung von Wasserwegen und dem Verteilen von Pflanzen zu einem funktionierendem Ökosystem auszubauen. Dazu stehen dir Moorkarten mit Wasserwegen und Pflanzenkarten sowie Pflanzenmarker zur Verfügung.

Auf den Moorkarten befinden sich unterschiedlich geformte Wasserwege, die miteinander verbunden werden können. Auch sind 1 bis 4 Pflanzensymbole abgebildet, die anzeigen, welche Pflanzenmarker auf einem Erdabschnitt liegen müssen, damit die Karte auf den entsprechenden Abschnitt ausgespielt werden darf. Die Pflanzsymbole zeigen auch an, was mit dem jeweiligen Pflanzenmarker nach dem Ausspielen geschieht: entweder vertrocknet die Pflanze und der Marker kann entfernt werden, oder die Pflanze verwurzelt und der Marker bleibt dauerhaft auf der Moorkarten, oder die Pflanze bzw. der Marker wird innerhalb des Moores weiter geschwemmt. Darüber hinaus weisen einige Karten auch Tierart Symbole und/oder Wasserläufer auf.

Die meisten Pflanzenkarten zeigen zwei verschiedene Pflanzensorten, einige auch vier. Von einer dieser Pflanzensorte darfst du Pflanzenmarker in dein Moor setzen. Die Anzahl hängt dabei von dem Wachstumssymbol auf dem gewählten Erdabschnitt ab (1, 2 oder 3). Auf jedem Erdabschnitt können maximal 6 Pflanzenmarker liegen. Es gibt auch ein Sondersymbol, dass dir erlaubt 1 Pflanzenmarker deiner Wahl zu platzieren.

Diese Spielkarten werden getrennt gemischt und als Nachziehstapel bereitgestellt. Das persönliche Moor wird aus 4 Moorplänen zusammengelegt, alle starten mit identischen Mooren. "Moorland" wird über 12 Runden gespielt, die alle aus 3 Phasen bestehen:

  1. Aufdeckphase

    Die oberste Pflanzenkarte wird aufgedeckt und von den Moorkarten wird eine Auslage aufgedeckt; im Spiel zu zweit werden 3 Karten aufgedeckt, zu dritt 4 Karten und zu viert 5 Karten.

  2. Aktionsphase
    1. Entsprechend der aufgedeckten Pflanzenkarte kannst du, wenn du willst, Pflanzmarker in dein Moor setzen.
    2. Du nimmst eine Moorkarte aus der Auslage.

      Du kannst maximal 2 Moorkarten vor dir ablegen, ohne sie direkt in dein Moor zu legen.

    3. Lege eventuell eine oder mehr Moorkarten in dein Moor.

      Um eine Karte auf einen Erdabschnitt auszuspielen, müssen auf diesem alle Pflanzenmarker vorhanden sein, die auch auf der Karte abgebildet sind. Du nimmst alle Pflanzenmarker vom Erdabschnitt und platzierst deine Moorkarte. Die Ausrichtung ist beliebig. Die Wasserwege müssen nicht an benachbarte Wasserwege passen, aber es ist von Vorteil, wenn du ein zusammenhängendes Wasserwege-Netz bilden kannst.

      Wenn auf der Moorkarte eine verwurzelte Pflanze abgebildet ist, legst du den entsprechenden Marker auf die Karte, wenn die abgebildete Pflanze durchgestrichen ist, ist sie verdorrt und der Pflanzenmarker kann entfernt werden. Alle anderen Pflanzenmarker werden weggeschwemmt, d. h. ausgehend von der gerade gelegten Karte werden die Marker entlang des Wasserweges auf freie Felder der Erdabschnitte gelegt. Marker, für die du keinen Platz findest, weil es beispielsweise keine erreichbaren Felder auf Erdabschnitten gibt, musst du vor dir ablegen.

      Wenn noch keine andere Person diesen Erdabschnitt belegt hat, erhältst du einen Wassermarker, der wie eine Art Joker funktioniert. Für jeden Wassermarker darfst du genau einen Pflanzenmarker von einem beliebigen Erdabschnitt auf einen anderen legen.

  3. Aufräumphase

    Nachdem alle ihren Spielzug ausgeführt haben, wird die letzte verbliebene Moorkarte abgelegt.

Das Spiel endet nach 12 Runden. Es gibt Punkte für die Anzahl verwurzelter Pflanzen, für die Tiere in deinem Moor sowie den längsten Wasserweg. Hast du noch Wassermarker, geben diese auch Punkte. Minuspunkte bringen hingegen überzählige Pflanzenmarker.

Fazit

Das Cover von "Moorland" greift das Thema des Fließens wunderschön auf. Das Spielmaterial ist hochwertig und durchdacht. Alle bekommen ein eigenes Spielertableau, auf dem neben der Erklärung des Spielablaufs auch dargestellt ist, wofür es am Ende Siegpunkte gibt. Die Moorkarten mit den Wasserläufen ähneln Drohnenaufnahmen und sind auch schön anzusehen. Unpassend finde ich allerdings die grafische Darstellung der Pflanzen und der Tiere, das passt meiner Meinung nach nicht zum fotografischen Stil der Karten, irgendwie sehen die wie Fremdkörper aus.

Die Regeln sind gut und übersichtlich erklärt und es sind verschiedene Beispiele, die die Regeln und die Spielweise nachvollziehbar darstellen.

"Moorland" ist ein Kennerspiel mit eingängigen Regeln. Es kommt auf den ersten Blick recht einfach daher, aber es hat eine enorme Lernkurve. Um es gekonnt zu spielen, ist eine vorausschauende Planung, gepaart mit räumlichen Vorstellungsvermögen notwendig. Vor allem muss die Anzahl der benötigten Pflanzenmarker richtig kalkuliert werden. Besitzt du viele Marker, bist du anfangs zwar flexibler beim Auslegen deiner Moorkarten. Aber du musst nicht nur die richtige Position auswählen, um einen zusammenhängenden Wasserweg zu bauen, sondern du musst auch berücksichtigen, wohin deine Pflanzen geschwemmt werden. Hast du zu viele Pflanzen, gibt es am Ende Minuspunkte. Moorland ist wesentlich komplexer als auf den ersten Blick angenommen.

Spielt ihr zu viert, kann es zu einer langen Downtime kommen, wenn du dich nicht entscheiden kannst, welche Karte für dich am sinnvollsten ist. Beliebt sind natürlich die Karten mit Kreuzung oder geradem Flusslauf, am besten noch mit Pflanzen, die festwachsen oder verdorren, denn um die musst du dir dann keinen Kopf mehr machen. Verwurzelte Pflanzen bringen darüber hinaus Pluspunkte.

Dumm ist natürlich, wenn die gerade ausliegenden Pflanzenkarten nicht zu den Pflanzen auf den Moorkarten passen. Es lässt sich nicht alles gut im Voraus planen, da vieles davon abhängt, welche Karten gerade zur Verfügung stehen. Es besteht also doch ein gewisser Glücksanteil. Daher werden gerade die Spieler*innen, die gerne strategisch planen, mit "Moorland" nicht glücklich werden. Auch für Gelegenheitsspieler*innen ist es nur bedingt geeignet, da die Lernkurve doch recht hoch ist und es ein paar Partien braucht, um "Moorland" erfolgreich zu spielen.

Das Spiel an sich ist recht solitär, die Interaktion beschränkt sich auf das Nehmen der ausliegenden Moorkarten, das wird viele nicht ansprechen. Konkurrenz kommt lediglich etwas auf, wenn es um die begehrten Wassertropfen geht, die es für zuerst überbaute Erdabschnitte gibt, oder bei der Mehrheitswertung für Wasserläufer. Doch bist du während des Spiels meist sehr mit deiner eigenen Auslage beschäftigt, so dass du keinen Blick für andere Spielauslagen hast.

Da sich die Erdabschnittskarten in vielfältigen Formationen legen lassen, läuft jede Partie etwas anders und das Spiel hat einen hohen Wiederspielreiz. Uns gefällt es sehr gut und es kommt öfters auf den Tisch, da wir auch solitäre Legespiele gerne spielen.

Renate Gerling-Halbach

Wertung: 4 Schilde