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Knobelritters Spielearchiv - Cities

Art des Spiels: Städtebauspiel
Spieleautoren:  Steve Finn &
                Phil Walker-Harding
Verlag:         Kosmos Spiele
Jahrgang:       2025
Spielerzahl:    2 bis 4 Spieler
Alter:          ab 10 Jahren
Dauer:          45 bis 60 Minuten
Preis:          ca. € 33,-

Zielgruppe:     Gelegenheitsspieler ++

Einleitung

"Du wirst vom Stadtrat beauftragt, einen Plan für den Neubau eines ganzen Stadtviertels aufzustellen."

Oh, was für eine Mammutaufgabe. Dabei bin ich nur ein einfacher Gastwirt aus dem kleinen Oberösterreich. Und jetzt soll ich plötzlich ganze Stadtviertel in New York, in Lissabon, in Rio de Janeiro, etc. entwerfen? Ruhig, Franky, nicht hyperventilieren! Besinne dich deiner Stärken, du hast schon weit schwierigere Aufgaben gelöst. Zumindest, was deine spielerische Laufbahn anbelangt...

Spielbeschreibung

Der Stadtrat hat ohnehin alles stark reglementiert. Wir - ich und die anderen Aspiranten um diesen lukrativen Job - haben genau 8 Monate (Runden) Zeit, um unsere Vorstellungen zu verwirklichen. Ein Startfeld wurde uns bereits zu Beginn zur Verfügung gestellt. Im Laufe der kommenden Monate werden wir dieses mit weiteren Stadtfeldern erweitern, bis ein Stadtviertel aus 3 x 3 Feldern entsteht. Außerdem werden wir dieses mit Gebäuden und mit verschönernden Elementen versehen, sowie Auftragskarten erwerben, mit denen wir unsere Anforderungen und Erwartungen an ein ideales Viertel offenbaren.

Im Detail sieht dies dann folgendermaßen aus. Vor jeder der acht Runden wird das Spielbrett aufgefüllt. Und zwar mit:

  1. 4 Auftragskarten (von denen eine verdeckt ausliegt),
  2. 4 Stadtfeldern (von denen ebenfalls eines verdeckt ausliegt),
  3. 6 Plättchen - größtenteils offen - auf die entsprechenden Felder verteilt, und
  4. 10 Gebäudeteilen, welche - zufällig aus einem Beutel gezogen - auf die markierten Felder gestellt werden.

Der Spielablauf ist recht simpel. In jedem der vier Züge, die wir in einer Spielrunde ausführen, wählen wir eines der zur Verfügung stehenden Teile (Auftragskarte, Stadtfeld, Plättchen oder Gebäudeteile) und verbauen sie in unserem eigenen Stadtviertel. Dabei dürfen wir jede der vier Möglichkeiten (A, B, C oder D) jeweils nur einmal wählen, was wir durch das Setzen einer Spielfigur in unserer Farbe anzeigen.

Und so vergrößern wir im Laufe der Partie unser Stadtviertel, wachsen Türme allmählich in die Höhe (immer nur einfarbig und auf passendem Untergrund platziert), und verschönern wir unsere Wasser- und Parkflächen mit Booten, Leuchttürmen, etc. bzw. mit Brunnen, Bäumen, etc. Erfüllen wir irgendwann mal eine der Bedingungen des Stadtentwicklungsplans, dürfen wir einen Markierungsring unserer Farbe auf die höchste noch freie Zahl platzieren, was uns am Spielende Extrapunkte beschert.

Nach genau 8 Runden endet die Partie. In einer Schlusswertung erhalten wir nun Punkte für unsere gesammelten Auftragskarten, für unsere Wasser- und Parkgebiete (je mehr unterschiedliche Plättchen in einem Gebiet, umso mehr), sowie unsere Markierungsringe auf dem Stadtentwicklungsplan. Erzielen wir insgesamt die höchste Punktesumme, konnten wir den Stadtrat von unseren plane

Fazit

Etwas, was sofort auffällt, ist die sehr systematische Struktur von "Cities". Alles ist ordentlich durchdacht, der Spielablauf und der gesamte Spielmechanismus sehr schlüssig. Diese schöne spielerische Komposition scheint überhaupt ein Markenzeichen des australischen Spieleautors Phil Walker-Harding (hier gemeinsam mit Steve Finn) zu sein. Auch redaktionell hat der Kosmos Verlag sauber gearbeitet.

Überhaupt ist alles perfekt strukturiert. In gerade mal 8 Runden führen wir je 4 Spielzüge aus, indem wir uns für eine von vier Aktionsmöglichkeiten entscheiden, wobei wir in jeder Runde jede Aktion bloß 1 x wählen dürfen.

Dies stellt uns zum Teil vor logistische Herausforderungen, da wir uns überlegen müssen, in welcher Reihenfolge wir die vier Aktionen durchführen wollen. Mal benötigen wir zuerst Bauplätze in der richtigen Farbe, dann wieder müssen wir durch entsprechende Stadtfelder Park- oder Wasseranlagen schaffen, um passende Plättchen unterbringen zu können.

Vor allem aber müssen wir darauf achten, was unsere Mitspieler so treiben, welche Optionen diese wählen könnten. Obwohl wir also an unserem eigenen Stadtviertel werken, kommt die Interaktion nicht zu kurz. Hier gilt es abzuwägen, wann ich welche Aktion durchführen sollte. Manchmal ist es notwendig, schnell zuzugreifen, damit uns niemand zuvorkommt und uns die gewünschten Plättchen, Stockwerke, Auftragskarten oder Stadtfelder vor der Nase wegzuschnappt.

Auch bei den Stadtentwicklungsplänen kommen uns unsere Mitbewerber in die Quere. Es entwickelt sich nämlich ein Wettrennen. Wer die angegebenen Bedingungen schneller erfüllt, erhält mehr Bonuspunkte. Auch hierfür empfiehlt es sich, immer wieder einen Blick auf die Stadtviertel der anderen zu werfen, um ihnen nach Möglichkeit zuvor zu kommen.

"Cities" ist ja bekanntlich der Plural von "City", und so überrascht es nicht, dass gleich mehrere unterschiedliche Stadtentwicklungspläne vorkommen. Insgesamt vier doppelseitige Pläne finden wir in der Schachtel vor: New York City, Rio de Janeiro, Venedig, Lissabon, Buenos Aires, Barcelona, Mexiko-Stadt und Sydney.

Während wir beispielsweise in Venedig den Canale Grande anlegen, Gebäude an Kanälen und Brücken bauen müssen, werden wir etwa in New York City für einen großen Park ("Central Park"), für Wolkenkratzer und Avenues mit Extrapunkten belohnt. Die acht verschiedenen Stadtentwicklungspläne bieten also ausreichend Abwechslung für viele Partien.

Es gibt ja drei mögliche Punktequellen. Die oben erwähnten Stadtentwicklungspläne bringen uns insgesamt ungefähr 10 bis 15 Punkte, je nachdem wie schnell wir sie im Vergleich zu unseren Mitspielern erfüllen. Die Plättchen in den Park- und Wasserflächen können uns bei entsprechend guter Planung bis zu 30 Punkte bescheren, wenn es uns gelingt, alle vier unterschiedlichen Plättchen in einem Gebiet zu versammeln und gleichzeitig ein paar Denkmäler (je 2 Punkte) aufzustellen.

Noch mehr Punkte sind mit den Auftragskarten möglich, schließlich sammeln wir im Laufe einer Partie immerhin acht Auftragskarten. Allerdings ist hier auch der Glücksanteil am höchsten. Es kann passieren, dass die ausliegenden Karten überhaupt nicht zu unserer Strategie passen. Die verdeckte Auftragskarte birgt ohnehin ein großes Risiko, weil wir nicht wissen, wofür sie uns belohnt. Mit etwas Glück erhalten wir Auftragskarten mit ein- und derselben Bedingung, woraufhin wir unsere Bemühungen bündeln können.

Insgesamt stellt "Cities" mit seinem straff geregelten Ablauf, seinen nicht recht komplizierten Regeln, seiner überschaubaren Spieldauer (circa eine dreiviertel Stunde) und seinem ausgewogenen Verhältnis zwischen Glück und Taktik ein sehr empfehlenswertes Familienspiel dar.

Franky Bayer

Bewertung: 4½ Schilde