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Knobelritters Spielearchiv - In der Halle des Bergkönigs

Art des Spiels: kooperatives Deckbauspiel
Spieleautor:    Jay Cormier & Graeme Jahns
Verlag:         Skellig Games
Jahrgang:       2021
Spielerzahl:    1 bis 5 Spieler
Alter:          ab 12 Jahren
Dauer:          75 bis 90 Minuten
Preis:          € 57,90

Zielgruppe:     Spielexperten ++

Einleitung

"Tolle Trolle tunneln tapfer"

Vorsichtig schnuppert die Trolltruppe durch die Tunnelöffnung und… nichts! Kein Zwergengestank kommt mehr aus dem Berg. Also kann man ihn wieder in Besitz nehmen, nachdem die kleinen, bärtigen Mistkerle:innen ihn den Trollen vor Jahrzehnten abgenommen hatten.

Spielbeschreibung

Was Trolle wollen ist Folgendes: Tunnel graben (die in verschiedenen Größen und Formen daher kommen) und diese mit Punkte bringenden Steinen pflastern. Sie wollen Tunnel an Werkstätten anlegen, um diese und deren Sonderfähigkeiten dadurch nutzen zu können. Sie wollen Statuen freilegen und diese durch den Berg möglichst nah an die Mitte bringen, weil das mehr Punkte gibt. Sie wollen Sockel finden, um die Punkte von Statuen zu verdoppeln. Und sie wollen die alten Hallen ihrer Vorfahren finden - wenn man dafür genug Grundfläche mit Tunnelplättchen geschaffen hat.

Was Trolle besonders gerne machen: Auf Trolle, die hierarchisch unter ihnen stehen drauf prügeln, damit sie Dinge produzieren, die beim Tunnel graben etc. helfen können. Jede Trollmannschaft besteht zu Beginn aus vier Karten, die nebeneinander liegen. Neue Karten werden im Pyramidenprinzip immer auf zwei andere unter ihnen gelegt und diese zwei Karten produzieren wieder Dinge. Und die vier Karten unter diesen zwei produzieren ebenfalls wieder. Kaskadenartig wird nach unten gepeitscht, bis der letzte Troll an der Spitze der Pyramide noch mal alle Karten aktiviert. Was auch gleichzeitig das Spielende auslöst, denn wenn zwei Spieler so eine Pyramide fertig haben, geht's in die Endphase.

Trolle können auch Magie nutzen, einen von drei Zaubersprüchen, die sich aber im Laufe des Spieles auflösen und durch neue ersetzt werden. Und mithilfe dieser Zauberei können Trolle die Regeln brechen und viele unerlaubte Dinge tun… oft sehr zum Ärger der Mit-Trolle.

Fazit

Trolle sind "In der Halle des Bergkönigs" arg beschäftigt und je länger das Spiel dauert, desto stärker wird die Beschäftigung. Schüttet das Kaskadensystem anfangs nur wenig Zeugs aus, wird es mit dem Wachsen der Pyramide natürlich immer mehr. Mehr Zeug heißt aber auch, mehr Möglichkeiten und mehr Möglichkeiten heißt: Mehr nachdenken, gucken, analysieren, sich trotzdem irgendwie verrechnen und alles noch mal rückgängig machen. Man nimmt die Gang-Plättchen, dreht sie, wendet sie, probiert aus… In der Halle des Bergkönigs kann von Analysierern stark in die Länge gezogen werden. Weshalb ich es maximal zu dritt spielen wollen würde. Aber nicht mehr zu fünft.

Interaktion gibt es auch, aber die findet eher im Bereich „wegschnappen" statt. Ein letztes Mal den tollen Zauber auslösen, bevor er verschwindet. Den Troll aus der Auslage nehmen, den jemand wollte. Den Gang dahin bauen, wo er die Gegner stört. Letzteres klingt brutal, kommt aber relativ selten vor, denn alle sind eher darin bemüht, ihre Gänge zur Bergmitte auszurichten, wo verlockende Punkte hausen.

"In der Halle des Bergkönigs" suggeriert ja eigentlich, dass „Hallen" ein wichtiger Aspekt sind. Aber die, die wir hier freilegen können, sind ein eher nettes Beiwerk, mehr nicht. Man muss sich viel mehr auf die Statuen und Sockel konzentrieren, denn die geben ordentlich Punkte, je näher sie der Bergmitte kommen. Für deren Transport braucht man aber Schubkarren, die man natürlich wieder produzieren muss… dieses Spiel steht und fällt mit der Trollpyramide, die man sich aufbaut.

Die Idee dieser Kaskadenausschüttung ist mal was anderes und es macht Spaß, immer wieder und wieder was zu bekommen. Aber außer durch spezielle Zauber darf man an seiner Pyramide nichts mehr ändern. Merkt man also irgendwann, dass die eigenen Trolle gar nicht das nach Hause bringen, was man braucht… muss man halt damit leben. Und kann sich unter Umständen schon relativ früh selber aus dem Spiel kicken, ohne es bemerkt zu haben.

Deshalb ist "In den Hallen des Bergkönigs" eher im Expertenbereich anzusiedeln… finde ich. Es gibt viele kleine Stellschrauben, viele kleine Details. Fast schon ein bisschen zu viele, damit interessierte Neulinge anspruchsvollerer Spiele sich sofort wohl fühlen. Also regeltechnisch… und was die Siegchancen angeht.

Ansonsten fühlt man sich schon wohl "In der Halle des Bergkönigs", denn die Geschichte ist trotz der vielen Details sehr stimmig. Man sieht die Trollgänge wachsen, man birgt alte Trollstatuen, alle sind irgendwie Bergleute bzw. Trolle geworden, die sich in den Berg rein graben. Alles versprüht eine schöne, fantastische Atmosphäre und bringt eine runde Welt auf den Tisch.

Aber es kann sich halt auch ziehen bei zu vielen Denkern am Tisch. Besonders die Endphase kann durchaus fast 1/4 bis 1/3 des gesamten Spieles sein. Manche bringt das zur Weißglut, andere gehen darin richtig auf. Und man kann es dem Spiel eigentlich nicht vorwerfen, dass es sich nach hinten zieht. So es ist halt konzipiert worden. Man muss nur überlegen, ob man auf so was steht. Denn gut ist In der Halle des Bergkönigs unbedingt… ich persönlich spiel's halt nur lieber maximal zu dritt, denn da werden die 90 Minuten Spieldauer schon oft erreicht oder überschritten.

Christoph Schlewinski

Bewertung: 4 Schilde